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Trinkverhalten der Katze

Von: Anna-Salome Cadonau-Dubler | 5. November 2022

Es ist längst kein Geheimnis mehr – Katzen trinken in der Regel zu wenig. Um Folgeschäden zu vermeiden, muss das Trinkverhalten der Katze beobachtet werden.

Warum Katzen schlechte Trinker sind

Unsere heutigen Hauskatzen stammen von der afrikanischen Falbkatze ab. Die Falbkatze deckt ihren Flüssigkeitsbedarf hauptsächlich mit dem Verzehr der Beutetiere, die bis zu 80% aus Wasser bestehen. Der Lebensraum der Stammmutter liegt in trockenen Regionen, wo Wasserstellen sehr karg sind. Obwohl Hauskatzen heutzutage durch die Domestikation mehrheitlich gut an Wasserquellen gelangen, hat sich dieses Verhalten in der Evolution kaum geändert. Obwohl die Wüstenbewohner mit wenig Wasser zurechtkommen, ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme für Feliden wichtig.

Wie animiere ich meine Katze zum trinken?

Katzen haben die Begabung, Flüssigkeitsverluste von bis zu 20% ihres eigenen Körpergewichts aufzufangen und so ihren Harn sehr stark zu konzentrieren. Dies ermöglicht ihnen bei Unverzichtbarkeit Körperflüssigkeit einzusparen. Obwohl der Organismus der Katze auf solche Notfälle abgestimmt ist, sollte wenn immer möglich, der Flüssigkeitsbedarf gedeckt sein.

Katzen bevorzugen Trinkstellen, welche nicht direkt neben dem Futternapf stehen. Dies hat ebenfalls ursprüngliche Gründe: Welche Falbkatze findet ihre Beute denn schon direkt neben der Wasserquelle? Aus diesem Grund sollten immer mehrere verschiedene Trinkgelegenheiten in räumlicher Entfernung zu den Futternäpfen verteit werden.

Die Art der Trinkgelegenheit ist abhängig von der jeweiligen Vorliebe der Fellnase. Es gibt einerseits die Möglichkeit stillstehendes Wasser direkt aus dem Napf oder anderseits fliessendes Wasser, beispielsweise in Form eines Trinkbrunnens. Häufig suchen sich unsere Samtpfoten ihre eigenen bevorzugten Wasserstellen, wie etwa Giesskannen (unbedingt Aufpassen, dass nie Dünger im Wasser enthalten ist!), Blumentöpfe, laufende Wasserhähne oder gelegntlich das Trinkglas der Menschen. Auch in Bezug auf abgestandenes oder frisches Wasser geniesst jede Katze ihre eigenen Geschmack. Da Katzen über den Tag verteilt mehrmals kleine Mengen trinken, sollten die Wasserstellen unbedingt regelmässig gereinigt werden, um Bakterien und fauligen Gerüchen vorzubeugen. Katzen welche Wasser im Freien bevorzugen, haben verschiedene Möglichkeiten wie Brunnen, Teiche, Blumentöpfe oder Pfützen.

Alles in allem gibt es unzählige verschiedene Varianten unsere geliebten Samtpfoten zum Trinken zu animieren. Zu beachten sind dabei die individuellen Vorlieben des Schnurrers sowie möglichst viel Spass!

Wie viel meine Katze täglich trinken muss, damit ihr Flüssigkeitsbedarf gedeckt ist

Der Bedarf an Flüssigkeit ergibt sich aus den Wasserverlusten über Kot, Harn und Atemluft ergibt. Auch Faktoren wie die Aussentemperatur / Jahreszeit, das Gewicht, Alter und Aktivitätslevel nehmen darauf Einfluss. Pauschal lässt sich jedoch sagen, dass eine Katze rund 50ml Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen sollte. Wiegt die Katze beispielsweise 4kg, sollte sie optimalerweise 200ml Wasser täglich aufnehmen.

Frisst eine Katze Nassfutter mit einem Wassergehalt von mind. 80%, kann sie ihren Flüssigkeitshaushalt vollständig abdecken. Bei Trockennahrung ist es unumgänglich, dass Katzen zusätzlich Wasser trinken, um den Flüssigkeitsbedarf abzudecken.

Welche Bedeutung hat ein übermässiges Trinkverhalten meiner Katze?

Obwohl es Vorteile hat, wenn Katzen viel, selbständig und gerne trinken, so kann ein übermässiger Durst auch auf eine Krankheit hinweisen. Zu den wohl häufigsten Ursachen bei auffälligem Trinkverhalten gehören Nierenerkrankungen oder Diabetes. Die Gründe können jedoch auch aufgrund von Leberproblemen, Fieber, Stress und Schmerzen, Durchfall, Harnwegsentzündungen oder Vergiftungen kommen.

In solchen Fällen ist es absolut wichtig, sofort einen Tierarzt aufzusuchen. Je nach Ursache gilt keine Zeit zu verlieren.

Physik-Trick: So funktioniert das Trinken

Feliden besitzen an ihrer Zunge viele sogenannte Fadenpapillen. Diese nach hinten gerichteten Hornzäpfchen machen die Zunge so rau und Wassertropfen bleiben optimal daran hängen.

Forscher der Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston haben herausgefunden, dass die Katze die Trägheit der Flüssigkeit für sich nutzt, um anhand der Schwerkraft die Flüssigkeit in ihr Maul zu ziehen. Die Zunge berührt die Oberfläche des Wassers nur kurz, bevor die Katze die Zunge sofort zurück nach oben zieht. Durch diesen physikalischen Vorgang bildet sich eine Wassersäule zwischen Zunge und Wasseroberfläche. Bevor sich die Säule wieder zurückbildet, beisst die Katze ein Stück der Wassersäule ab und befördert es somit in ihr Mäulchen.

Mehr erfahren:

https://www.youtube.com/watch?v=UWCKjS9PwVs

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