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Trächtigkeit und Geburt der Katze

Von: Anna-Salome Cadonau-Dubler | 24. März 2023

Trächtigkeit und Geburt: Anzeichen, wichtige Informationen und weitere Tipps

Zyklus der Kätzin

Der Sexualzyklus der Kätzin nennt man “saisonal polyöstrisch”, was so viel bedeutet, dass weibliche Katzen nur zu bestimmten Jahreszeiten paarungsbereit sind.

Die Zyklusaktivität der Katze hängt von der Tageslichtlänge ab. Im Frühjahr und Sommer, wo die Tage länger sind, werden Kätzinnen sexuell aktiv. Dies trifft vor allem auf Freigänger und verwilderte Kätzinnen zu. Wohnungskatzen haben das ganze Jahr gleiche Lichtverhältnisse und zeigen daher keinen saisonabhängigen Zyklusverlauf. Unkastrierte Wohnungskätzinnen zeigen folglich in ihrem Zyklusverlauf oftmals keine Ruhephasen und sind das ganze Jahr aktiv.

Die Babys sind unterwegs – Trächtigkeit der Katze

Nach der erfolgreichen Bedeckung und Befruchtung der Eizellen mit dem Sperma beginnt die Trächtigkeit. Es ist auch möglich das auch mehrere Kater eine Kätzin gedeckt haben. Die Trächtigkeitsdauer der Katze dauert zwischen 63 und 65 Tagen und durchschnittlich kommen zwischen 3 und 5 Katzenwelpen auf die Welt.

Wie erkenne ich das meine Katze schwanger ist?

Ein untrügliches Zeichen für eine bestehende Trächtigkeit ist, wenn der Bauch einer unkastrierten Kätzin immer dicker wird. Da dies allerdings auch Zeichen einer Krankheit sein könnten, verschafft der Tierarzt anhand eines Ultraschalls Klarheit.

Wie es auch bei uns Menschen möglich ist, leiden manche Feliden an Übelkeit. Sollte eine Katze allerdings regelmässig erbrechen und offensichtlich unwohl sein, ist der Gang zum Tierarzt unumgänglich. Ab ca. 18 Tagen nach Eintritt der Trächtigkeit schwellen die Zitzen der Kätzin an und nehmen eine rosa Farbe ein. Am Ende der Tragzeit nimmt der Appetit der Katze zu. Damit sich die Katze für die Geburt und ihre Kitten stärken kann, ist eine ausgewogene Ernährung in dieser Phase besonders wichtig. Insgesamt nimmt eine trächtige Katze zwischen 1kg und 2kg zu.

Foto: canva.com

Besonders wichtiger Faktor: Wie viel Zuneigung braucht die Katze?

Bei einer zutraulichen Kätzin gehört zu den typischen Anzeichen einer Schwangerschaft das Verlangen nach Aufmerksamkeit der Besitzer und ihre Anhänglichkeit. Während der ganzen Schwangerschaft spielen Pflege, Geborgenheit und Liebenswürdigkeit der Besitzer eine wichtige Rolle, um die Kätzin bestmöglich zu unterstützen.

Trächtige Katzen mögen zwar Streicheleinheiten, meist aber nicht an ihrem Bauch. Während der Schwangerschaft ist der Bauch sehr empfindlich und eine Berührung kann für die Katze unangenehm sein oder sogar die Jungen verletzen. Am besten werden trächtige Katzen nicht hochgehoben. Sollte das aus irgendeinem Grund nicht vermeidbar sein, achten Sie darauf, dass sich die Kätzin mit ihren Hinterbeinen auf Ihrer Hand abstützen kann. Die Katze bestimmt besonders während der Trächtigkeit, was sie möchte und was ihr zu viel ist. Akzeptieren Sie die Vorlieben ihrer Katze und gewähren Sie so viel Freiraum wie möglich, um Stress zu vermeiden.

Wenn die Geburt der Katzenkinder näherkommt

Aufgaben von verantwortungsvollen Katzenbesitzer

Geburtsplätzchen einrichten: Die Katze kann auf die Geburt vorbereitet werden, wenn Katzenbesitzer anhand von grossen Kisten, Körben oder Höhlen verschiedene Geburtsplätzchen vorbereiten. So hat die Katze die Möglichkeit ihr gewünschtes Plätzchen für die Geburt auszusuchen und es kann verhindert werden, dass die Jungen im Freien zur Welt kommen. Optimal werden die Rückzugsorte mit alten, aber sauberen Handtücher oder Bettbezügen ausgekleidet. Beachten Sie, dass die vorbereiteten Kisten, Körbe oder Höhlen einen genug hohen Rand haben, damit die frischgeborenen Katzen nicht versehentlich das Wurflager verlassen. Ausserdem sollte der Ort für andere Katzen gut versteckt und an einem angenehmen, warmen Ort sein. Falls die Kätzin keinen angedachten Rückzugsort für ihre Geburt möchte, so ist es am geeignetsten, wenn ein hergerichtetes Wurflager an den gewünschten Ort der Katzenmama gewechselt wird.

Bitte achten Sie während der ganzen Geburt auf Ihre Katze. Manche Katzen mögen die Anwesenheit und Streicheleinheiten während der Geburt sehr, während andere lieber allein ihre Jungen auf die Welt bringen. Seien Sie achtsam, um die Bedürfnisse Ihrer Katze zu erkennen. Auch damit mögliche Komplikationen früh genug erkennt werden und Sie darauf reagieren können, sollten Sie Ihre Katze gut im Auge behalten.

Die Phasen der Geburt

Bereits einige Tage vor der Geburt wählt die Katze ihren Geburtsort aus, an dem sie ihre Jungen zur Welt bringen möchte. Die Anzeichen für die bevorstehende Geburt sind gut erkennbar: Wenn die Kätzin die Nahrung verweigert, unruhig wird und anhänglich ist, werden die Wehen bald einsetzen. Miauen und ständiges Putzen gehören nun zur Geburtsvorbereitung dazu.

Öffnungsphase

Während der ersten Phase der Geburt erweitern sich Muttermund und Scheide. Die Gebärmutter zieht sich wiederholt zusammen und erschlafft. Dies sogenannten Stellwehen sollen die Katzenjungen richtig im Geburtskanal positionieren und auf die bevorstehende Austreibungsphase vorbereiten. Diese Phase kann mehrere Stunden dauern.

Austreibungsphase

Sobald die Fruchtblase platzt, beginnt die Austreibungsphase. Durch die Wehen und somit die Bewegung der Gebärmutter wird das Junge in den Muttermund geschoben und die Kätzin beginnt zu pressen. Der Pressvorgang ist an den sichtbaren Kontraktionen der Bauchmuskulatur erkennbar. In den ersten zwei bis vier Stunden sind die Presswehen eher schwach und unregelmässig. Im bevorstehenden Geburtsverlauf steigt die Regelmässigkeit und Intensität. Das Ende der Austreibungsphase ist mit der Geburt des letzten Jungen beendet.

Foto: canva.com
Nachgeburtsphase

In der dritten und letzten Phase der Geburt erfolgt die Nachgeburt. Jedes Junge ist von der Plazenta umgeben, die kurz nach jedem Kitten ausgeschieden wird. Die Katzenmama beisst die Nabelschnur durch, säubert das Junge in dem sie das Fruchtwasser von Mund, Nase und dem übrigen Körper ableckt. Durch das Belecken des Jungen werden die Atemwege freigemacht. Bereits wenige Minuten nach der Geburt sucht das Neugeborene die Zitzen der Mutter und trinkt. Zu diesem Zeitpunkt sind die Jungen blind und taub. In der Regel frisst die Katze die Nachgeburt vollständig auf.

Mögliche Komplikationen der Geburt

Bitte sehen Sie während der Geburt regelmässig nach Ihrer Katze. In folgenden Fällen sollten Sie zwingend einen Tierarzt herbeiziehen:

  • Wenn die Katze seit mehr als einer Stunde heftige Wehen hat, aber noch kein Junges zur Welt gekommen ist
  • Wenn nicht alle Katzenbabys innerhalb von 24 Stunden nach Beginn der Geburt auf der Welt sind
  • Wenn die Anzahl der Jungen nicht mit der Anzahl der Plazentas übereinstimmt. Dies könnte ein Hinweis auf eine nicht ausgeschiedene Plazenta sein
  • Wenn ein Junges an der Katzenmama ersichtlich ist, es jedoch trotz heftigem Pressen nicht vollständig auf die Welt kommt

Süsse Kitten vs. unkontrollierte Vermehrung

Zugegeben, junge Katzen sind einfach nur süss. Die Fortpflanzung der Katze ist enorm und daher ist es dringend anzuraten, keine unkastrierten Kätzinnen im Freien herumlaufen zu lassen. Einige Tierschutzorganisationen haben als oberstes Ziel, die unkontrollierte Katzenvermehrung durch Kastrationsaktionen zu verhindern.

Irrtum Kastration und Sterilisation

Viele Katzenbesitzer gehen davon aus, dass Kater kastriert und Kätzin sterilisiert wird. Ich möchte an dieser Stelle Klarheit verschaffen:

Sowohl männliche wie auch weibliche Katzen können kastriert und sterilisiert werden. Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass bei der Kastration die Keimdrüsen, sprich die Eierstöcke bei den Weibchen und die Hoden bei den Männchen, entfernt werden. Bei der Sterilisation werden allerdings nur die Eileiter bei den Weibchen und die Samenleiter bei den Männchen abgebunden. Konkret heisst das, dass die Keimdrüsen bei der Sterilisation erhalten bleiben und so die Symptome der Rolligkeit der Weibchen und das typische Verhalten der Männchen vollständig erhalten bleiben.

Nehmen Sie bei Fragen zur Unterstützung seitens Besitzer Kontakt mit mir auf. Für medizinische Fragen wenden Sie sich direkt an Ihren Tierarzt.


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