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Stellreflex – Wie sich Katzen im freien Fall drehen können

Von: Anna-Salome Cadonau-Dubler | 21. Oktober 2022

Die meisten Katzenbesitzer haben bereits von der besonderen Gabe gehört: Fallen Katzen in der Rückenlage, so drehen sie sich während dem freien Fall in die Bauchlage zurück. Doch wie funktioniert das?

Katzen haben neun Leben

Katzen haben ein sehr gutes Gleichgewichtsorgan. Wenn Katzen stürtzen, drehen sie sich im freien Fall instinktiv zuerst mit dem Kopf, anschliessend mit dem Vorderkörper und schlussendlich mit dem Hinterkörper zurück in die Bauchlage.

Zusätzlich wenden die Feliden eine besondere Technik an, in dem sie während der Drehung ihren Rücken durchbiegen. Durch den dadurch leicht seitwärts gestreckten Vorderkörper wird die Aufprallkraft abgefangen und in Bewegung umgeleitet. Die Beine agieren wie Stossdämpfer.

Dieser Instinktbewegung haben die Fellnasen den Ruf zu verdanken, dass sie neun Leben haben. Der Reflex ist angeboren und bereits Kitten im Alter von 6 Wochen zeigen eine sichere Drehbewegung.

Stellreflex
Quelle:physiologie.cc/XV.4.htm

Je höher der Fall, desto schlimmer die Verletzung?

Mittlerweile gibt es verschiedene tierärztliche Studien, welche Katzen, die aus der Höhe gestürtzt sind, untersucht und ausgewertet haben.

Tatsächlich ergaben die Studien, dass es in der Regel weniger schlimme Verletzungen ab dem 7. Stockwerk gibt als in den tieferen Stockwerken. Wissenschaftler haben dies untersucht und glauben, dass dies mit der Geschwindigkeit zu tun hat. Sobald die Katze die Endgeschwindigkeit erreicht hat, spreizt sie ihre Pfoten waagrecht in die sogenannte Fallschirm-Technik aus. Die Fallschirm-Technik kennen wir übrigens auch von anderen Tieren, wie beispielsweise das Eichhörnchen.

Eine weitere Technik – die Bauchlandung

Neben der Fallschirm-Technik haben Forscher herausgefunden, dass Katzen eine weitere Technik anwenden, um ihre Überlebenschancen aus dem freien Fall zu erhöhen: Möglicherweise entscheiden sich Katzen dazu, direkt auf dem Bauch zu landen und so ihre Pfoten zu schützen. Die Aufprallkraft kann dadruch auf den ganzen Körper verteilt werden.

Tierärztliche Untersuchung ist ein absolutes Muss

Auch wenn die beliebten Fellnasen wahre Überlebenskünstler sind, können sie durch den Aufprall schwer verletzt werden. Der Weg zum Tierarzt ist somit unumgänglich! Typische Verletzungen sind bei Unfällen aus der Höhe Knochenbrüche, gestauchte Pfoten, Hirnerschütterungen, verschiedene Zahnverletzungen oder auch innere Verletzungen.

Die Katze als Teufel

Im alten Ägypten wurden Katzen als göttliche Wesen angesehen. Genau die Eigenschaften, durch die Katzen von den Ägyptern verehrt und vergöttert wurden, wurden den Feliden in der Hexenzeit zum Verhängnis. Nicht nur die leuchtenden Augen der Schnurrer, sondern auch die Droh- und Kampfansagen von Katern wurden als “teuflisch” bezeichnet. Die Hexenzeit war geboren und damit auch die Macht der christlichen Kirche. Die Katzen hatten leider das Pech, in der Bibel kaum erwähnt zu sein. Im Alten Testament findet man die Katze in negativem Zusammenhang: Die Göttin Freya mit ihren Wildkatzen. Und so kam der üble Ruf von Frau und Katze, die wir heute in verschiedenen Darstellungen einer Hexe mit Katze auf der Schulter kennen. Der Aberglaube der Kirche kostete über 9 Millionen Menschen das Leben. Auch Katzen wurden vom Schicksal getroffen: Durch den Stellreflex und die damit hohen Überlebenschancen galten Katzen als gefährliche Höllenwesen. Millionen von Katzen wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt oder von hohen Türmen geworfen, um sie zu töten.

Göttin Freya
Quelle:https://kameskram.jimdo.com

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