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Spielverhalten der Katze

Von: Anna-Salome Cadonau-Dubler | 23. Dezember 2022

Das Spielverhalten der Katze richtig verstehen

Das Spielverhalten gehört zu den Grundbedürfnissen jeder Katze. Ja genau, zu JEDER Katze! Katzen sehen ihre Spielzeuge als reale Tiere und verhalten sich im Spiel gleich, wie wenn ihr Jagdinstinkt ausgelöst wird.

Hier erfahren Sie, wie Sie Spiel & Spass für die Katze richtig gestalten, verschiedene Stile herausfinden und dabei viel Abwechslung in den Alltag miteinbauen können.

Meine Katze spielt nicht

Immer wieder mal höre ich von Katzenbesitzer die Aussage: “Meine Katze spielt nicht”. Das Spielverhalten wird vom Jagdinstinkt abgeleitet und ist ein wichtiger Bestandteil eines glücklichen Katzenlebens.

Es gibt nur wenige Ausnahmen, warum Katzen tatsächlich nicht spielen. Zu diesen gehören physische und psychische Erkrankungen, falscher Zeitpunkt oder nicht geeignete Rahmenbedingungen und Spieltechniken.

Das richtige Spielzeug

Im grenzenlosen Handel sind mittlerweile über Bälle, Mäuse, Angeln und Laserpointer alles erhältlich.

Erwachsene Katzen behandeln Spielzeuge jeweils wie ihre Beute: Sie verfolgen es, beissen sich darin fest, stanzen ihre scharfen Krallen hinein oder springen es an. Dabei ist es naheliegend, dass die Spielzeuge, welche die Grösse einer Maus oder Ratte aufweisen und dabei mit Fell, Federn oder Beinen ausgestattet sind, als klare Favoriten von unseren Fellnasen hervorgehen.

Foto: prettyzhizhi / canva.com
Geräusche & Gerüche im Spielverhalten miteinbauen

Auch Geräusche spielen wortwörtlich eine entscheidende Rolle. Raschelndes Papier kann da gerne mal zu den bekannten “5 Minuten” einer Katze führen. Die bekannten Baldrian- oder Katzenminze Kissen bringen Katzen in Ektase und lösen mehrheitlich den Spieleffekt aus. Bei Katzenminze und Baldrian ist allerdings auch Vorsicht vor Überdosis geboten. Ich empfehle daher, die Spielzeuge nie ohne Aufsicht anzubieten und nach der Spieleinheit wieder sicher zu verstecken.

Thema Laserpointer

Ich möchte es mir an dieser Stelle nicht nehmen lassen, kurz etwas zum Laserpointer zu ergänzen. Für den Katzenhalter ist es eine bequeme Spielvariante: Während die Katze durch das Wohnzimmer sprintet, sitzt Frauchen oder Herrchen gemütlich auf dem Sofa. So weit geht das auch in Ordnung. Beachten Sie jedoch, dass eine Katze für ihre Motivation zwingend an Beute gelangen soll. Sprich, bevor Sie eine Spielsequenz beenden, soll der Laserpointer zwingend auf ein effektives Spielzeug gerichtet werden. Ausserdem sollten Sie beachten, dass der Laserpointer auf keinen Fall direkt in die Augen der Katze gestrahlt wird. Dies kann von ernsthaften Verletzungen bis zur Blindheit führen.

Spieltechnik richtig anwenden

Damit die geliebten Katzen auch wirklich zum Spielen animiert werden, ist es wichtig das Katzenbesitzer die Spieltechnik richtig anwenden. Schliesslich wollen wir für eine Spieleinheit den Jagdtrieb der Katze wecken und viel Bewegung einbauen.

Mit der Spielangel vor der Nase der Katze rumwedeln und hoffen das sie zupackt, führt in der Regel schnell zu demotivierten Besitzern. Haben Sie schon einmal gesehen, wie eine Maus auf der Nase der Katze rumtanzt? Also ich nicht. Imitieren Sie das Verhalten der Beutetiere möglichst nah. Eine fliehende Maus mag vielleicht mal schnell einen Raum durchqueren, ist sonst aber eher in geschützten Ecken und an Sockelleisten unterwegs. Wenn sie Unterschlupf unter dem Regal oder Teppich findet, wird sie es mit Sicherheit nutzen. Die Bewegung von Beutetieren ist meist im Zickzack.

Um Frust zu vermeiden, soll eine Katze am Ende einer Spieleinheit immer das Beutetier erwischen. Im gemeinsamen Spiel mit einer Katze geht es nicht ums Gewinnen, sondern nur darum, viel Spass und Abwechslung in den Alltag miteinzubauen.

Abwechslung von verschiedenen Spielsachen bieten

Spielzeuge die tagelang rumliegen und sich nicht bewegen werden von Katzen ignoriert. Diese “Beute” hat nichts mit dem natürlichen Beuteverhalten zu tun und wird dadurch von unseren Fellnasen nicht mehr beachtet. Bringen Sie viel Abwechslung in den Alltag und versorgen Sie uninteressante Spielsachen. Mit Sicherheit findet die Katze zu einem späteren Zeitpunkt wieder Gefallen daran. Ausserdem ist es wichtig, dass Sie die Vorlieben an Spielsachen Ihrer Katze kennen. Die einen mögen lieber Bälle, die anderen lieber Spielangeln und die dritten beschäftigen sich hervorragend allein, in dem sie Spielsachen aus einem Versteck hervorgraben. Zudem mögen die kleinen Raubtiere entweder lieber das Beuteverhalten, welches sich am Boden aufhält oder welches, das sich in der Luft bewegt.

Foto: karp5 / canva.com
Futterspiele im Alltag miteinbauen

Für viel Abwechslung sorgen auch Futterspiele, welche einfach in den Alltag eingebaut werden können. Artgerechte Leckereien können dabei beispielsweise dem bodenentlang durch den Raum geschmissen werden. Ihre Katze wird es bestimmt fangen und sich daran erfreuen. Der positive Nebeneffekt indem sich die Katze bewegen muss, ist nicht zu unterschätzen.

Eine andere Möglichkeit ist mit leeren Papierrollen (Haushalt, WC). Die Katze soll dabei das Leckerli mit der Pfote rausangeln. Generell kann Futter an verschiedenen Stellen platziert werden und die Katze hat so die Aufgabe, es zu suchen. Dies gilt allerdings mehr für gezielte Einheiten und Leckereien. Der Fressplatz sollte an einem festgelegten Ort bleiben.

Gute Erfahrungen habe ich auch mit einer wassergefüllten Schüssel gemacht. Dabei gibt es verschiedene Varianten an Deckel, die auf der Wasseroberfläche schwimmen und die Katze die Leckerli erwischen muss. Ein toller Nebeneffekt ist, dass die Katze auch gleich aus der Schüssel trinken kann.

Bindung stärken im Spielverhalten der Katze

Tägliche Spieleinheiten mit der Hauskatze fördern die körperlichen und geistigen Fähigkeiten, halten fit und können entscheidend zum Stressabbau beitragen. Ausserdem werten sie das Selbstbewusstsein unserer Katzen auf und tragen einen wesentlichen Beitrag zur Bindung zwischen Mensch und Tier.

Übrigens spüren Katzen, ob wir Besitzer Lust zum Spielen haben. Wer sich also die Zeit zwischen Tür und Angel nehmen möchte, wird bei seiner Katze auf keinen Spielerfolg stossen. Die Katze merkt dies sofort! Positiv dafür ist, dass Katzen allgemein nicht lange rennen mögen. Katzen sind im Ursprung hervorragend im Lauern, um dann im richtigen Moment loszuspringen und zuzupacken. Eine intensive Spieleinheit dauert daher nicht mehr als ca. 15 Minuten und lässt sich als regelmässiges Ritual sehr gut im Alltag miteinbauen.

Gut zu Wissen

Beachten Sie, dass Katzen Einzeljäger sind und damit die Spieleinheiten grundsätzlich zwischen Mensch und Katze alleine stattfinden sollten. Ausnahmen bilden hier Geschwisterpäärchen oder Jungkatzen.

Auch wenn es für Katzenbesitzer langweilig wirken kann, wenn sich die Katze nicht innerhalb von wenigen Sekunden auf das Spielzeug stürzt, beweisen Sie Geduld. Solange die Katze ihre Aufmerksamkeit dem Spiel richtet, gehört dies zum natürlichen Spielverhalten und sollte nicht unterbrochen werden.

Für Fragen bezüglich Spielverhalten dürfen Sie gerne jederzeit mit mir Kontakt aufnehmen.

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